Gepäck im Fernbus/ Zug geklaut – Zahlt die Versicherung?

Gepäck geklaut

Wer mit dem Zug oder Fernbus reist, sollte auf sein Gepäck aufpassen. Wer haftet aber, wenn das geklaut wird?

Fernbusse und Züge sind beliebte Fortbewegungsmittel. Mit ihnen geht es komfortabel von einem Ort zum anderen. Problemlos könnte der Reisende ein kleines Nickerchen machen, wenn da nicht die Sorge um das Gepäck wäre. Die Polizei warnt davor, dass sich die Diebstähle in Zügen und Fernbussen häufen. Wenn ich im Fernbus oder Zug beklaut worden bin, wer kommt eigentlich für den Schaden auf?

 

Diebstahl im Zug oder Fernbus ist keine Seltenheit

Nach Angaben der Polizei haben sich die Anzeigen wegen Diebstahl im Zug oder Fernbus in den letzten Jahren erheblich erhöht. Vor allem Diebesbanden werden dahinter vermutet, die gezielt an Bahnhöfen und Busbahnhöfen Ausschau nach Gelegenheiten für einen Diebstahl suchen. Zumeist wird unbeaufsichtigtes Gepäck aus den großen Kofferräumen der Busse entwendet, da nur die wenigsten Busgesellschaften den Passagieren für ihr Gepäck ein Ticket geben. Normalerweise „bedienen“ sich die Reisenden selbst oder zeigen auf den Koffer, der angeblich ihnen gehört. Dieses Prinzip hat seine offensichtlichen Makel. Gern wird auch das Handgepäck gestohlen, wenn ein Alleinreisender auf Toilette ist oder schläft. Taschendiebe im Zug und Taschendiebe im Fernbus profitieren von dem Gedränge beim Einsteigen sowie Aussteigen. Gefahren lauern demnach überall.

[Unsere Empfehlung: Wie Sie sich vor Einbruchdiebstahl in den eigenen vier Wänden schützen.]

 

Bei Gepäck-Diebstahl im Fernbus und Zug greift der Versicherungsschutz nur selten

Wird der Koffer oder das Handgepäck im Zug oder Fernbus geklaut, handelt es sich in der Regel um einen Diebstahl und keinen Einbruch oder Raub. Diese rechtliche Abgrenzung ist entscheidend, denn sie sorgt für folgendes Resultat: Zumeist zahlt Versicherung bei Diebstahl nicht. Viele Busunternehmen verfügen zwar über eine Gepäckversicherung, die bereits im Reisepreis inkludiert ist, aber diese greift nicht bei Trickdieben. Ist das Gepäck am Ende der Reise nicht mehr im Gepäckfach, würde die Versicherung nur zahlen, wenn es durch ein gewaltsames Aufbrechen aus einem verschlossenen Raum entnommen worden wäre. Bei einem Diebstahl im Fernbus bleiben die Geschädigten oft auf ihren Kosten sitzen. Wer im Fernbus beklaut worden ist und dies nicht auf sich sitzen lassen möchte, kann nur auf Kulanz hoffen. Es besteht die Möglichkeit, sich bei der Schlichtungsstelle Öffentlicher Personenverkehr (SÖP) in Berlin zu melden, um eine Einigung mit der Fernbusgesellschaft zu erzielen. Oft erstattet sie ihren Kunden die Hälfte des Werts des Koffers sowie des Inhalts. Daher kann es hilfreich sein, vor Abfahrt mit dem Bus das Gepäck zu fotografieren.

 

Vielleicht doch eine Reisegepäckversicherung abschließen?

Beim Diebstahl im Fernbus zahlt die Versicherung selten. Nicht anders ist dies bei Zugfahrten. Da könnte natürlich der Gedanke aufkommen, eine Reisegepäckversicherung abzuschließen. Experten raten dazu, dies jedoch gleich zu verwerfen. So ist der Beitrag verhältnismäßig hoch, aber der Schutz sehr unzureichend. Bei einem Diebstahl im Zug zahlt die Versicherung nur, wenn auf die Gepäckstücke stets geachtet worden wäre. Ansonsten kann dem Versicherten eine Mitschuld zugeschrieben werden, was zur Zahlungsverweigerung führt. Wer eine Hausratversicherung besitzt, sollte im Fall eines Diebstahls am besten diese kontaktieren, da viele Policen auch einen gewissen Schutz gegen Diebstähle im Urlaub beinhalten. Besonders Versicherte, die bereits seit langer Zeit dort ihre Beiträge einzahlen und nicht negativ aufgefallen sind, können auf Kulanz hoffen. Verpflichtet ist die Hausratversicherung nämlich nicht dazu, den Schaden aufgrund eines Diebstahls ohne Einbruch zu erstatten.

 

Themen, die Sie interessieren könnten:

>> Auf Seite 2: Über passt24 Ihre passende Versicherung finden – Wie geht das?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.