Herdplatte angelassen – Zahlt Versicherung bei Schäden?

Herd angelassen

Es kann schnell gehen in einer Familie und plötzlich vergisst man nach dem Kochen den Herd auszumachen.

Es ist Sommer und draußen herrschen warme Temperaturen. Es ist der ideale Tag, um spontan Freunde und Familie zum Grillen einzuladen. Schnell müssen noch einige Dinge in der Küche für das kleine Fest vorbereitet werden. Der Stress beginnt und verschlimmert sich noch, als der Besuch ungeduldig klingelt. Nur kurze Zeit später sitzen die Gäste im Garten. Das Knoblauchbrot kann aus dem Backofen und das Kochgemüse vom Herd. Mit wenigen Handgriffen ist das Essen in Schüsseln und es kann raus zum Besuch gehen. Jetzt startet der gemütliche Teil des Abends. Erst als eine ganze Zeit später das schmutzige Geschirr nach drinnen getragen wird, offenbart sich, dass die Herdplatte angelassen worden ist. Der Schock ist groß, aber zum Glück ist nichts passiert. Doch was wäre, wenn dadurch ein Feuer entstanden wäre? Zahlt dann die Versicherung?

Zahlt die Versicherung, wenn es zu einem Feuer wegen einer eingeschalteten Herdplatte kommt?

Wenn der Herd angelassen wird, kann viel passieren. Was genau geschieht, hängt von den jeweiligen Umständen ab. Wird beispielsweise eine Herdplatte mit Pfanne angelassen, kann der Pfanneninhalt verbrennen und die Pfanne selbst schmelzen. Außerdem können andere Dinge, die sich auf dem Herd befinden, Feuer fangen. Zudem entsteht oft eine starke Rauchentwicklung. Die Vergesslichkeit kann somit einen fatalen Schaden anrichten. Ob dieser von der Versicherung komplett beglichen wird, ist fraglich. So wird bei einer angelassenen Herdplatte die Versicherung vermutlich argumentieren, dass der Versicherungsnehmer grob fahrlässig gehandelt hat. Gänzlich kann sie sich jedoch nicht aus der Affäre ziehen, wie bereits Gerichtsurteile zeigten. Kommt es durch eine angelassene Herdplatte zum Brand, kann die Versicherung ihre Kostenübernahme erheblich kürzen, aber nicht gänzlich streichen. Letztlich entscheidet der Einzelfall, in welcher Höhe die Kürzung erfolgt. Mit rund 50 % muss allerdings gerechnet werden.

Wer kommt für Schäden am Nachbarhaus auf?

Wenn ein Brand im eigenen Heim einen Schaden verursacht, ist dies bereits sehr ärgerlich. Der große Ärger kann jedoch kommen, wenn das Feuer auf ein Nachbarhaus übergegangen ist. Für diese Schäden haftet die Person, von der der Brand ausgeht. Dabei ist nicht entscheidend, ob das Feuer unverschuldet oder durch grobe Fahrlässigkeit ausgelöst wurde. In der Regel wird daher die Gebäudeversicherung des Nachbarn den Eigentümer in Regress nehmen, von dem das Feuer ausging.

Wer zahlt für den Feuerwehreinsatz?

Ob und wie viel für einen Feuerwehreinsatz bezahlt werden muss, hängt von den Gesetzen der jeweiligen Länder sowie den Satzungen der Kommunen ab. Ein Grundsatz besagt, dass die Brandbekämpfung sowie die Rettung von Personen und Tieren auf die Rechnung der Staatskasse gehen. Wer allerdings grob fahrlässig einen Feuerwehreinsatz verursacht, kann zur Kasse gebeten werden. Ob dies im Fall der angelassenen Herdplatte zutrifft, kann nur die Einzelfallentscheidung des Gerichts offenbaren wie diese beiden Beispiele zeigen: Ein Lehrer hatte einen Kochtopf mit Frittierfett auf dem Elektroherd vergessen. Den Einsatz der 18 Feuerwehrkräfte für rund 1.400 Euro musste er nach einem Entscheid des Verwaltungsgerichts Neustadt selbst tragen. In einem zweiten Fall vergaß ein Mann einen Topf mit Spargel und Hollandaisesoße auf dem Herd. Die Gemeinde wollte den Feuerwehreinsatz nicht begleichen. Das Gericht verpflichtete sie jedoch dazu, da keine grobe Fahrlässigkeit vorgelegen hätte. Der Mann hätte nicht mit einer erhöhten Brandgefahr rechnen müssen.

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