IGeL-Leistungen: Übernimmt meine Privatversicherung?

IGeL-Leistungen

IGeL-Leistungen werden Patienten oft angeboten. Diese müssen aber aus eigener Tasche gezahlt werden. Aber immer?

Individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, beanspruchen immer mehr Verbraucher. Sie erhoffen sich damit, ihre Gesundheit zu erhalten oder das Wohlbefinden zu verbessern. So gehören zu den klassischen IGeL Leistungen beim Frauenarzt zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen zur Früherkennung von Eierstockkrebs. Zur Behandlung von Kurzsichtigkeit gibt es beim Augenarzt IGeL-Leistungen wie die refraktive Hornhautchirurgie. Ganz gleich, um welche IGeL-Leistung es sich handelt, stets wird sie privat abgerechnet. Doch sind diese Leistungen überhaupt notwendig? 

Was sind typische IGeL-Leistungen?

IGeL-Leistungen gibt es viele. Zu ihnen gehören diverse alternative Heilverfahren ebenso wie neuartige Untersuchungsmaßnahmen, einige Vorsorgeuntersuchungen und laboratoriumsdiagnostische Wunschleistungen. Zweifelsohne sind diese Leistungen für die Ärzte ein lukratives Zusatzgeschäft. Einige nutzen dies gar aus und führen im Behandlungszimmer regelrechte Verkaufsgespräche. Der Patient fühlt sich dann zu einer IGeL-Leistung nahezu gedrängt und lässt sie nicht selten aufgrund des Drucks darauf ein. Verbraucherzentralen haben deshalb in der Vergangenheit immer wieder Alarm geschlagen. Immerhin handelt es sich um ärztliche Serviceleistungen, über deren Durchführung der Patient nach seinem Gutdünken entscheiden sollte. Jeder Verbraucher sollte einen bedeutenden Punkt beachten: Die Krankenkassen kommen für dringliche und erforderliche Leistungen beim Arzt auf. Im Zweifelsfall sollten Patienten aus diesem Grund bei ihrer Krankenkasse nachfragen, ob die vom Arzt empfohlene Leistung nicht vielleicht doch übernommen wird.

IGeL-Leistungen: Welche sind sinnvoll?

Nicht alle IGeL-Leistungen, die von Ärzten angeboten werden, sind medizinisch sinnvoll. Ein Test von Experten hat gezeigt, dass beispielsweise ein MRT zur Alzheimerfrüherkennung oder ein Ultraschall der Eierstöcke zur Früherkennung von Krebs oft unnötige Therapien nach sich zieht. Nicht selten wird falscher Alarm geschlagen und der Patient wird letztlich übertherapiert. Unter die IGeL-Leistungen fallen ferner Heilverfahren wie Akupunktur, die helfen können aber nicht müssen. Einige Zusatzleistungen der Ärzte wie AIDS-Tests etc. können sehr sinnvoll sein und die Nerven beruhigen. Inwiefern eine IGeL-Leistung sinnvoll ist, hängt nicht nur von der Art der Leistung, sondern auch von dem Einzelfall ab. Verbraucherschützer raten zudem, sich vor der Inanspruchnahme einer IGeL-Leistung bei mehreren Ärzten über die Kosten dafür zu informieren. Diese sind nämlich nicht einheitlich. Sollte sich im Rahmen der IGeL-Behandlung herausstellen, dass tatsächlich eine Erkrankung vorliegt, muss der Arzt die Weiterbehandlung übrigens über die Chipkarte abrechnen.

Gibt es eine Kostenübernahme von IGeL-Leistungen bei Privat-Versicherten?

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss die IGeL-Leistungen selbst bezahlen. Ob es von der privaten Krankenkasse für IGeL-Leistungen eine Erstattung gibt, hängt von der Versicherung und der individuellen Police ab. Basistarife nehmen in der Regel davon Abstand. Sie streichen für IGeL die Kostenübernahme. Umfangreiche, teure Top-Tarife hingegen bezahlen teilweise einige der gesonderten Leistungen. Privatpatienten sollten daher vorab ihre Versicherung fragen, ob sie die Arztkosten übernimmt oder nicht.

Können die Leistungen eventuell von der Steuer abgesetzt werden?

IGeL Leistungen können steuerlich absetzbar sein, was viel zu wenige Verbraucher nutzen. Sie werden in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geführt. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie zur Heilung oder zumindest Linderung von Beschwerden dienen. Vor allem diagnostische Verfahren zählen dazu. Zusätzlich gibt es ein weiteres Hindernis: In der Regel erkennt das Finanzamt die außergewöhnliche Belastung lediglich in dem Umfang an, wie sie die zumutbare Eigenbelastung übersteigen würde. Steuerexperten raten dazu, die IGeL-Leistungen unabhängig von ihrer Höhe in die Steuererklärung mit aufzunehmen. Die Prüfung des Finanzamtes wird zeigen, ob eine Kürzung erfolgt oder nicht.

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