Parkett zerkratzt – Muss Mieter für Schaden vor Auszug aufkommen?

Parkett Kratzer

Mit den falschen Schuhen über das Parkett gelaufen und schon ist es passiert: Kratzer!

Ein Umzug ist eine aufwendige Angelegenheit – für den Mieter und den Vermieter. Rechtlich ist der Mieter in begrenztem Maße dafür verantwortlich, die Mietwohnung auf Vordermann zu bringen. Doch was muss der Mieter renovieren? Wer zahlt bei Mietschäden? Ein komplexes Thema, zu dem es bereits viele Rechtsprechungen gab.

Schaden vor Umzug regulieren: Was beinhaltet die Renovierungspflicht des Mieters?

Grundsätzlich sollte der erste Blick in den Mietvertrag erfolgen. In diesem sind Klauseln rund um das Thema Renovierung fixiert. In der Regel muss der Mieter Schönheitsreparaturen vornehmen, die durch einen normalen Gebrauch der Wohnung entstehen. Ein bisschen Farbe hier, eine gründliche Reinigung dort und schon ist der Job erledigt. Ist nichts anderes im Mietvertrag fixiert, müssen die Wände einen hellen Farbton haben. Weiß müssen sie nicht sein. Gleiches zählt für Rohre und Heizkörper. Doch was passiert bei größeren Schäden? Ist das Parkett in der Mietwohnung zerkratzt, entstehen hohe Renovierungskosten. Der teure Boden muss abgeschliffen werden, was oft ein Fachmann übernimmt. Die Kosten dafür darf laut dem BGB nicht der Mieter zahlen. Kratzer im Parkett gehören zu den normalen Abnutzungsspuren und ihre Ausbesserung fällt nicht unter die Schönheitsreparaturen. Eine „Abschleif-Klausel“ im Mietvertrag zu inkludieren ist unzulässig, wie es im BGB fixiert worden ist. Nur wenn Schäden über einen vertragsgemäßen Gebrauch hinausgehen, kann ein Schadensersatz geltend gemacht werden. Hat der Mieter andere erhebliche Schäden am Inventar durch ein Versehen verursacht, greift unter Umständen die Hausratversicherung.

Was viele nicht wissen: Parkett und Laminat lassen sich mit handelsüblichen Reparatursets oft auch vom Laien ausbessern. Informationen und Angebote gibt es zum Beispiel hier.

Parkett zerkratzt: Was tun?

Das Parkett ist zerkratzt: Zahlt die Versicherung? Dies ist eine häufige Frage, deren Antwort von mehreren Faktoren abhängt. Entscheidend ist vor allem, das Warum. Wenn das Parkett Kratzer wegen eines Hundes hat, kann unter Umständen eine Hundehalterhaftpflichtversicherung bzw. Tierhalterhaftpflicht greifen. Dies tut sie aber nur, wenn es sich um eine einmalige Angelegenheit und nicht um normale Gebrauchsspuren handelt. Auch wenn das Parkett beim Umzug zerkratzt, kann unter Umständen nach dem Ursachenprinzip verfahren werden. Die Privathaftpflichtversicherung des Mieters kann teilweise auch für Kratzer im Parkett aufkommen, sofern eine falsche Nutzung des Parketts wie beispielsweise ein intensives Verschieben des Schreibtischstuhls zum Schaden führte. Vereinzelt kann zudem die Wohngebäudeversicherung der richtige Ansprechpartner sein. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Parkett fest mit dem Gebäude verbunden bzw. verklebt ist. Wenn das Parkett zerkratzt ist, zahlt die Versicherung im Allgemeinen jedoch nur bei erheblichen Schäden durch eine einmalige Angelegenheit. Der Einzelfall ist entscheidend, weshalb ein genaues Studieren der Versicherungskonditionen unerlässlich ist.

Allmählichkeitsschäden: ein besonderes Ärgernis

Es ist eine Sache, wenn das Parkett in der Mietwohnung zerkratzt ist. Eine andere Sachlage stellt sich bei den Allmählicheitsschäden dar, da diese schleichend sind und nicht sofort entdeckt werden. Wegen des zunehmenden Konkurrenzdrucks der Versicherungen wurde in die Haftpflichtversicherung der Tatbestand der Allmählichkeitsschäden inkludiert. Diese können beim Parkett beispielsweise durch Feuchtigkeit entstehen, die sich aufgrund einer mangelhaften Installation von Wasserrohren unbemerkt bis zum Fußboden durcharbeiten konnte. Dieser Schaden sollte jedoch zügig gemeldet werden, denn die Ansprüche verstreichen für diesen Fall nach vier bis fünf Wochen.

 


 

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